Grundlagen

Was ist eine Verschlüsselung?

Definition, Geschichte, Arten und praxisnahe Beispiele.

Ca. 8 Min. Lesezeit

Das Wort Verschlüsselung wird verwendet, um jedes Verfahren zu beschreiben, das eine ursprüngliche Nachricht (Klartext) in eine unlesbare Nachricht (Geheimtext) umwandelt.

„Verschlüsselungsverfahren sind das Fundament der Kryptografie – einer Disziplin, die Informationen von der Antike bis ins moderne digitale Zeitalter schützt.“

1. Technische Definition von Verschlüsselung

Eine Verschlüsselung ist ein Algorithmus, der einen Text anhand eines Schlüssels so verändert, dass eine Version entsteht, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergibt. In der Kryptografie unterscheidet man drei zentrale Bausteine:

  • 1
    Klartext (Plaintext) Die ursprüngliche, lesbare Nachricht.
  • 2
    Schlüssel (Key) Der geheime Wert, der die mathematische Umwandlung steuert.
  • 3
    Geheimtext (Ciphertext) Das verschlüsselte, nicht mehr direkt lesbare Ergebnis.
Beispiel: Cäsar-Verschlüsselung (+3)
Klartext:
H O L A
Geheimtext:
K R O D

2. Wozu dient Verschlüsselung?

🛡️ Privatsphäre

Schützt vertrauliche Informationen vor neugierigen Blicken.

💳 Finanzen

Sichert Kreditkartendaten und Online-Transaktionen.

🔐 Authentifizierung

Hilft zu überprüfen, dass du wirklich die Person bist, für die du dich ausgibst (Passwörter).

🌐 Sicheres Surfen

Das HTTPS-Schloss in deinem Browser sorgt dafür, dass niemand mitlesen kann, was du besuchst.

3. Geschichte der Verschlüsselung

Antike

1. Jh. v. Chr.

Julius Cäsar verwendet Buchstabenverschiebungen, um mit seinen Generälen zu kommunizieren.

Renaissance

15.–16. Jahrhundert

Mit dem Vigenère-Verfahren entsteht die polialphabetische Verschlüsselung, die jahrhundertelang als praktisch unknackbar gilt.

20. Jahrhundert

Weltkriege

Die Maschine Enigma mechanisiert die Verschlüsselung. Alan Turing legt die Grundlagen, um diese Codes zu brechen – und damit auch für die moderne Informatik.

4. Arten von Verschlüsselungsverfahren

4.1. Klassische (manuelle) Verfahren

Sie arbeiten mit Substitution und Transposition auf Buchstabenebene.

4.2. Moderne (digitale) Verfahren

Sie arbeiten mit Bits und setzen auf anspruchsvolle mathematische Konstruktionen.

  • AES (Advanced Encryption Standard): Der weltweit etablierte Standard für symmetrische Verschlüsselung.
  • RSA: Basierend auf der Faktorisierung großer Primzahlen.
  • ECC (Elliptic Curve Cryptography): Asymmetrische Kryptografie auf Basis elliptischer Kurven.

5. Wie funktionieren Verschlüsselungen? Die 3 Säulen

🌀

Konfusion

Die Beziehung zwischen Klartext und Geheimtext wird verschleiert.

🌊

Diffusion

Der Einfluss jedes Zeichens verteilt sich über den gesamten Geheimtext.

🔑

Schlüssel

Das geheime Element, das nötig ist, um den Prozess wieder umzukehren.

6. Fazit

Eine Verschlüsselung ist ein zentrales Werkzeug, um Informationen zu schützen. Das Verständnis klassischer Verfahren wie der Cäsar- und der Vigenère-Verschlüsselung ist ein wichtiger erster Schritt, um nachzuvollziehen, wie die Algorithmen funktionieren, die heute unser Geld, unsere Kommunikation und unsere Privatsphäre absichern.

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